Der Tod der Gralshüter

2 Gedanken zu „Der Tod der Gralshüter“

  1. Herzlichen Dank für diesen lesenswerten und interessanten Beitrag. Ich selbst bin mit Print-Spielemagazinen seit den frühen 1980er Jahren aufgewachsen und verfolge die Wandlung des Mediums seit jeher. Tatsächlich bin auch ich der Meinung, dass sich die ursprüngliche Form längst überlebt hat und ein gedrucktes Magazin in der heutigen Zeit andere Werte als früher bieten muss. Als eine Alternative empfinde ich essayhafte Publikationen wie das WASD oder das GAIN Magazin. Ersteres gefällt beispielsweise deshalb, weil es Meta-Texte über das Medium bietet und man spürt, dass die Beiträge subjektiv und unabhängig sind. “Objektive” Reviews zu Spielen braucht wirklich niemand mehr in Papierform. Ich glaube, dass der Schlüssel in persönlichen und meinungsorientierten Texten liegt, die zum Diskurs und Nachdenken anregen.

  2. Ich habe lange im Printbereich gearbeitet (Kataloge, Magazine, TV & Klatschblätter, Postwurfwerbung) und kann mich in den Text so richtig reinfühlen. Vielen Dank dafür!
    Ich habe den Untergang von Druckereien selbst live miterlebt und das hat lange Zeit Spuren in meinem Leben hinterlassen – beruflich, wie auch familiär und finanziell sowieso.

    Die Aktualität des Internet, da konnte und kann einfach kein Printmedium mit seinen Vorstufen und der Produktion hinterherkommen.
    Als Kehrseite der Medaille kann die Schnelllebigkeit des Internet für mich persönlich aber auch nicht das bieten, was ein qualitativ hochwertiges Printmagazin bieten kann, wie beispielsweise in Form von dicken Sonderheften, bei denen es um nicht brandheiße & aktuelle Themen geht, sondern spezielle Themen aufgreift. Das könnte auch aus dem Spielesektor sein, keine Frage. Das ist in meinen Augen auch die einzige Möglichkeit für den Industriezweig, bestehen zu bleiben – vermutlich aber noch weiter geschrumpft als heute sowieso schon.

    Ich habe damals selbst viele Spielezeitschriften förmlich aufgesogen, war es doch lange – neben Gerüchten und Messen – die einzige Informationsquelle für Interessierte. Jetzt geht alles ganz schnell, Gerüchte, News, Updates, Updates zu den News, Updates zu den Updates, das Onlinemedium überschlägt sich und stolpert über die eigenen Füße.
    Mittlerweile bin ich so weit, dass ich bewusst herunterschraube und erstmal abwarte, Apps bewusst deinstalliere und News die Meldungen untersage. Der Hype der Schnelllebigkeit ist für mich etwas verblasst und hat etwas von seinem Zauber eingebüßt. Finde ich die Zeit, verkrieche ich mich gerne mal wieder mit einem guten Buch in die Ecke. Die Seiten fühlen, Kopfwelten aufbauen, vielleicht kurz über das herausgefallene Lesezeichen ärgern, manchmal nach Wochen der Nichtbenutzung froh sein, dass das Buch keinen Akku hat.
    Ich denke nicht, dass ich mit fast 43 plötzlich alt bin, nur bewusster.

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